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CHRISTINE’S KRAUT DES MONATS / NOVEMBER: BEIFUSS

Montag 12. November 2018 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Anwendungstipps und Rezepte rund um den Beifuß aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Die Natur hält für jede Jahreszeit die passenden Helfer bereit. Jetzt im Spätherbst, wenn Erkältungen an jeder Ecke lauern, Müdigkeit allgegenwärtig ist, die Füße gar nicht mehr warm werden wollen und die Speisen schwerer werden, ist Beifuß das Kraut der Stunde. Sowohl in der Hausapotheke als auch in der Küche kann uns Beifuß wirkungsvoll unterstützen. Heute möchte ich Ihnen zeigen, was dieses Kraut alles kann.

Beifuß – Artemisia vulgaris

In Asien noch heute ein beliebtes Heilkraut, ist Beifuß mit seinen vielseitigen Heilkräften bei uns leider nur noch wenigen Menschen bekannt. Höchste Zeit, die Pflanze wieder in den Fokus zu holen, denn sie ist in der Tat ein Alleskönner.  

Die Anwendung in der Hausapotheke

Der Beifuß, auch Wilder Wermut, Jungfernkraut oder Sonnwendgürtel genannt, ist ungiftig und gehört zur Familie der Korbblüter und wächst in unseren Breiten an Wegrändern, Böschungen, Ufern und auf Schotterplätzen. Der oberirdische Teil der Pflanze kann von Juli bis September und die Wurzeln im Spätherbst geerntet werden. Viele Jahrhunderte lang galt Beifuß als Schutzkraut vor Geistern und Flüchen sowie als magische Kraftpflanze. 

Die Pflanze enthält unter anderem ätherische Öle und Bitterstoffe und wirkt antibakteriell, beruhigend, durchblutungsfördernd und verdauungsanregend. Das Kraut eignet sich neben vielen anderen neben vielen anderen Anwendungsgebieten vor allem zur Behandlung von Blasenentzündungen, kalten Füßen, Magenkrämpfen, Menstruationsbeschwerden, Unterleibsschmerzen, Schlafstörungen und Zahnfleischentzündungen.

Schon die Griechischen Gelehrten Hippokrates, Plinius, Dioskurides und Galenes priesen den Beifuß als wichtigste Pflanze in der Frauenheilkunde, wirkt er doch entkrampfend bei Menstruationsbeschwerden und fördert die Blutung bei ausbleibender oder schwacher Menses. Auch um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, wurden Frauen damals mit Beifuß behandelt. Bei der Geburt wurde er zur Anregung der Wehen und zum Abgehen der Plazenta gegeben. Die Pflanze sollte aber nicht in der frühen Schwangerschaft angewendet werden. Früher wurde das Kraut gar als Mittel zur Abtreibung eingesetzt. 

Da Beifuß stark wärmende Eigenschaften besitzt, eignet sich das Kraut sehr gut zur Behandlung aller Leiden, welche durch Unterkühlung entstanden sind. Nur bei akuten fiebrigen Erkrankungen sollten Sie von einer Anwendung absehen. Seine entspannende Wirkung – genutzt etwa in Form eines Tees, von Fußbädern oder als Kräuterkissen – macht Beifuß zu einem idealen Helfer bei Flugangst oder bei nervösen Schlafstörungen.

Ähnlich wie der Breitwegerich ist auch der Beifuß eine Pflanze, die müde Füße wieder munter macht. Früher wurde frischer Beifuß hierzu ans Bein gebunden oder in die Schuhe gelegt. Heute erfolgt die Behandlung meist entweder mit Beifuß-Tinktur oder Beifuß-Öl.

Bei einer täglichen Einnahme von Beifuß, sollte nach sechs Wochen unbedingt eine Pause von mindestens vier Wochen eingehalten werden. 

Die Anwendung in der Küche 

Beifuß war bis ins 18. Jahrhundert hinein ein wichtiges Küchenkraut und wurde ähnlich intensiv genutzt wie heute Petersilie. Heute wissen nur noch die Wenigsten um seine positiven Eigenschaften im Bereich der Ernährung. 

Die verdauungsanregende Wirkung des Beifuß können wir uns jetzt, wenn gerne schwer und fettig gegessen wird, gezielt zunutze machen, denn er unterstützt die Bauchspeicheldrüse, fördert die Gallensaftproduktion und hilft bei Blähungen.

Auch in anderen herzhaften Gerichten, aber auch in Gemüsesuppen und Kartoffelsuppen ist der appetitanregende Beifuß eine aromatische und würzige Zutat. Mit Knoblauch und Pfeffer harmoniert er besonders gut. 

Beifuß-Tee 

Beifuß-Tee eignet sich gut zur inneren Anwendung bei Frauenleiden, zur Stärkung und Erwärmung, bei der Geburt sowie zur Entspannung. Zur Herstellung des Tees wird das gesamte oberirdische Kraut in der Blüte von Juli bis September etwa zehn Zentimeter über dem Erdboden abgeschnitten und in lockeren Büscheln zum Trocknen aufgehängt. Richtig trocken ist das Kraut, wenn es bei Berührung knistert. Es wird von den Stängeln gestreift und am besten dunkel und trocken gelagert. Für den Tee übergießen wir einen Teelöffel des getrockneten Krautes mit 250 ml kochendem Wasser und lassen ihn zwei bis drei Minuten ziehen. Mehr als drei Tassen sollten pro Tag nicht getrunken werden.

Beifuß-Tinktur 

Beifuß-Tinktur wird innerlich bei Magen-Darm-Problemen und äußerlich als wirkungsvolles Einreibemittel bei müden Füßen und Beinen sowie bei Muskelkater angewendet.

Zur Herstellung einer Beifuß-Tinktur füllen wir ein Schraubglas etwa zur Hälfte mit frischer, zerkleinerter Wurzel. Anschließend gießen wir 60-prozentigen Alkohol darüber, bis alles bedeckt ist. Das Glas schütteln wir von Zeit zu Zeit und seihen nach etwa 3 Wochen Ziehzeit ab. Die Tinktur füllen wir nun in eine dunkle Tropfflasche, damit sie möglichst lange haltbar ist. 

Beifuß-Öl

Als Einreibemittel wird Beifuß-Öl gegen müde Beine und Füße, bei Muskelkater, Verspannungen sowie zur Behandlung von Rheuma eingesetzt. Zur Herstellung zerkleinern wir Blätter, Blüten und Wurzeln grob, geben alles in ein Schraubglas und füllen mit Öl auf. Das Glas schütteln wir täglich ein Mal durch und lassen den Inhalt für drei Wochen an einem warmen, sonnigen Platz ziehen. Danach seihen wir ab und lagern das Öl an einem kühlen und dunklen Ort. 

Beifuß-Fußbad 

Ein Fußbad mit Beifuß wirkt stark wärmend und ist daher sehr hilfreich bei allen durch Kälte entstandenen Erkrankungen. Genauso eignet es sich zum nachhaltigen Wärmen kalter Füße. Für das Fußbad kochen wir zwei Handvoll des blühenden Krautes frisch oder getrocknet mit drei Litern Wasser in einem Topf auf und lassen alles fünf Minuten ziehen. Anschließend seihen wir ab und geben die Flüssigkeit nun mit ins Badewasser.

Bei müden oder geschwollenen Füßen empfehle ich Ihnen ein kaltes Beifuß-Fußbad und zur Behandlung von Frauenleiden ein Sitzbad.

Für Fragen zum Beifuß oder anderen Gewächsen und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.  

Ihre Christine Keck 

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.