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CHRISTINE’S KRAUT DES MONATS / FEBRUAR: SCHNITTLAUCH

Mittwoch 28. Februar 2018 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Tipps und Wissenswertes zum Schnittlauch aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Angesichts der aktuellen Temperaturen kaum zu glauben, aber wahr: Der Frühling steht vor der Tür. Und mit ihm die Zeit für Frühblüher und Lauchgewächse wie den Schnittlauch. Und genau diesen schmackhaften wie gesunden Zwiebel-Verteter möchte ich Ihnen heute vorstellen, denn er ist besonders in Hochlagen wie dem Kleinwalsertal allgegenwärtig. 

Schnittlauch – Allium schoenoprasum

Schnittlauch, auch Graslauch, Brislauch, Binsenlauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling genannt, wächst – sowohl wild als auch in Nutzgärten – auf der Nordhalbkugel in alpinen Hochgebirgen des gemäßigten, borealen und subarktischen Eurasiens und Nordamerikas. In Europa findet sich der kleinste Vertreter der Lauchgewächse verstärkt in Skandinavien, dem nördlichen Russland, den subalpinen Höhenstufen der spanischen Halbinsel sowie in den Alpen.

Die krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern und blüht je nach Standort von Mai bis August.

Bereits seit dem frühen Mittelalter wird Schnittlauch vom Menschen kultiviert. Andere Quellen besagen, dass die Pflanze sogar bereits um 3.000 v. Chr. von den Chinesen angebaut wurde. Weltweit gibt es zahlreiche Sorten, die sich in Bezug auf ihr Erscheinugsbild stark unterscheiden. So treten neben den typischen lilablühenden Formen auch weiß blühende auf. Früher galt der Schnittlauch als ein Bauernkraut und wurde nur von den armen und einfachen Leuten verwendet.

Tipps und Wissenswertes zum Schnittlauch aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Schnittlauch sollte am besten frisch oder auch tiefgefroren, zur Erhaltung des Aromas eher nicht getrocknet oder gefriergetrocknet verwendet werden. In der Küche als Gewürz werden nur die oberirdischen Röhrenblätter eingesetzt. Fein geschnitten eignet er sich ideal zu Salaten, Suppen, Eigerichten oder auch Mayonnaise. Das Schnittlauchbrot beispielsweise – ein reichlich mit Schnittlauchröllchen belegtes Butterbrot – darf bei uns auf keiner Brotzeitplatte fehlen.

Doch auch die hübschen, sternförmigen Blüten können in der Küche zum Beispiel als Garnitur zu  Salaten oder Fleischspeisen verwendet werden. Ich trockne jeden Sommer Schnittlauchblüten und vernmische sie dann mit anderen getrockneten Blüten. Diese Blütenmischung dient uns dann das ganze Jahr über als Salatgarnitur. Vor allem im Winter sorgt sie für willkommene Farbe und gute Laune auf dem Teller.

Tipps und Wissenswertes zum Schnittlauch aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Bei uns im Kleinwalsertal wächst sehr viel wilder Schnittlauch. Auf der Kanzelwand befindet sich beispielsweise ein ganzes Feld mit wildem Schnittlauch, der übrigens um einiges intensiver schmeckt als der Gartenschnittlauch. Dieses Phänomen, also die Intensivierung des Geschacks bei Wildpflanzen in Höhenlagen, gilt übrigens auch für viele andere Pflanzen.

Wenn ich wilden Schnittlauch schneide, so mache ich dies im Freien, denn seine Schärfe treibt einem schnell die Tränen in die Augen. 

Gesundheitliche Aspekte

Schnittlauch hat eine antiseptische Wirkung und regt die Nierentätigkeit an. Er enthält viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Zudem ist er eine echte Vitaminbombe, denn er ist reich an den Vitaminen C, A und B2. Eine weitere nützliche Eigenschaft des Schnittlauchs ist seine beruhigende Wirkung. 

Früher wurde Schnittlauch gerne zur Behandlung von Insektenstichen und bei Rheumaschmerzen eingesetzt. Hierzu wurde er zu einem Brei zerquetscht und einfach auf die betreffende Körperstelle aufgelegt. 

Sollten Sie Fragen zum Schnittlauch haben oder gerne weitere Details zu dieser oder anderen Gewächsen und Heilpflanzen erfahren möchten, stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen. 

Fotos: Creative Commons, Harald Berger, Fornax